Japan war berüchtigt dafür, dass sich Menschen wegen des extremen Arbeitsdrucks in vielen Betrieben wortwörtlich zu Tode gearbeitet haben. 2019 hatte die Regierung daher ein Gesetz eingeführt, dass die Zahl der Überstunden zumindest auf 45 pro Monat begrenzt, was immer noch extrem viel ist.
Doch eben diese Grenze hat die Regierung nun wieder abgeschafft: um „Bürokratie abzubauen und die Konkurrenzfähigkeit japanischer Unternehmen auf dem Weltmarkt zu sichern“. Dafür sollen sich Arbeitende Japans nun wieder – ganz legal – zu Tode arbeiten!
Eine Konkurrenz-Spirale ohne Ende
Mit genau denselben Argumenten versucht die Regierung bei uns gerade durchzusetzen, dass wir länger arbeiten, später in Rente gehen und krank zur Arbeit kommen sollen. Wenn es nach ihnen geht, sollen auch wir uns zu Tode schuften, um „unseren“ Konzernen auf dem Weltmarkt Vorteile zu verschaffen.
Doch genau darin liegt die Krux. Es sind nämlich nicht UNSERE Unternehmen. Wenn die Unternehmen den Arbeitenden und der Allgemeinheit gehören würden, würden wir sie im Gegenteil dazu nutzen, damit alle möglichst gut und lang leben können – und nicht kurz und schlecht.
