Der Krieg der USA soll nicht die Menschen im Iran befreien.Er ist ein weiterer Schritt ihrer weltweiten Kriegs-Eskalation.

Gemeinsam mit Israel haben die USA begonnen, den Iran zu bombardieren. Als Reaktion darauf schießt der Iran Raketen auf Israel, außerdem auf Ziele in Dubai, Saudi-Arabien, Bahrein und Katar. Israel seinerseits bombardiert nun den Libanon… Die USA haben einen weiteren Krieg mit unabsehbaren Folgen begonnen.

Und wieder einmal erhalten die USA dabei die Unterstützung der deutschen Regierung. Die hat nicht etwa den völkerrechtswidrigen Angriff von USA und Israel verurteilt, sondern einzig die Gegenschläge des Iran.

Wie weit wird dieser Krieg gehen? Wie viele Opfer wird er im Iran, in Israel, in der gesamten Region fordern?

Die USA wollen ein Regime einsetzen, das ihren Interessen dient

Trump hat die Dreistigkeit, sich und die israelische Regierung in diesem Krieg als Befreier der iranischen Bevölkerung zu präsentieren. Sie, die noch das Blut von über 70.000 Palästinensern an ihren Händen haben und nicht aufhören, die Menschen in Gaza, im Westjordanland, im Libanon, im Jemen, in Syrien zu terrorisieren und zu unterdrücken! Und wer könnte die US-Regierung noch für Befreier halten? Sie, die weltweit offen das diktatorische Recht des Stärkeren durchsetzt?

Nach Venezuela, Kuba, Grönland ist der Iran eine weitere Etappe in dem weltweiten Machtkampf der Großmächte: Trump will die Macht der USA über den Iran und sein Öl bekommen und ihre Herrschaft im ganzen Nahen Osten ausweiten – auch um den Preis von noch mehr Unsicherheit, Chaos und Krieg in der Region und letztlich weltweit. Die angeblich von den USA „befreiten“ Menschen in Afghanistan, im Irak, in Syrien… können ein Lied davon singen.

Diejenigen, die die Bevölkerungen bombardieren, sind niemals Befreier. Ihr Ziel ist nicht die Menschen zu verteidigen, sondern sie durch Waffengewalt ihren Interessen zu unterwerfen.

Zwar haben einige Bomben die schlimmsten Peiniger der iranischen Bevölkerung getroffen, angefangen beim „Obersten Führer“ Chamenei. Und Trump hat großzügig erklärt, die iranische Bevölkerung solle sich selber eine neue Regierung geben. Doch natürlich nur eine Regierung, die den USA in den Kram passt! Eben um selber bestimmen zu können, wer künftig im Iran das Sagen hat, führt die US-Regierung heute diesen Krieg. Und es ist bezeichnend, dass sich als erster künftiger Nachfolger der Sohn des letzten Schah in Stellung bringt, der schon damals für die USA die Bevölkerung des Irans unterdrückt und ausgeplündert hatte.

Vor der Revolte der Bevölkerung haben das iranische Regime wie die USA Angst

Das iranische Regime hat es in den letzten Jahren immer schlechter geschafft, seine grausame, reaktionäre Diktatur aufrechtzuerhalten. Die Wut der Bevölkerung wurde immer größer: Darüber, dass die Machtelite und die Profiteure des Öl-Verkaufs in Saus und Braus leben, während die einfache Bevölkerung kämpfen muss, um genug Essen, Wasser und Medikamente zusammenzubekommen. Dass das Mullah-Regime seine Kinder in die USA schickt, während es im eigenen Land – im Namen des vermeintlichen Kampfes gegen die „westlich dekadente Lebensweise“ – Frauen grausam verfolgt, die kein Kopftuch tragen wollen.

Seit 2009 hat es bereits fünf mutige Revolten der Bevölkerung gegeben. Und obwohl sie alle niedergeschlagen wurden, kam es nur wenige Jahre darauf zu noch größeren, noch tiefergehenden Kämpfen.

Und zwischen zwei Wellen gab es immer wieder mutige Streiks: in den Raffinerien, im Transportwesen, in der Zuckerproduktion, im Gesundheitswesen… Diese Art von Mut und Kampfgeist der Massen hat schon oft den Lauf der Geschichte verändert.

Die Revolte Anfang dieses Jahres war so groß wie keine vorher. Sie bedrohte unmittelbar das Regime. Bis ins Mark erschüttert, hat das Regime mit einem Massaker an über 30.000 Kämpfenden reagiert.

Imperialistischer Krieg der USA, um eine Revolution der Bevölkerung zu verhindern

Die US-Regierung hat seelenruhig abgewartet, während das iranische Regime seine eigene Bevölkerung abgeschlachtet hat. Trump hat sogar zynisch das iranische Regime gelobt, dass es keine offiziellen Hinrichtungen vornahm. Denn Millionen Arbeitende, Jugendliche, Ärmere, die für ihre Freiheit kämpfen und gegen die Reichen und Mächtigen in ihrem Land – das hat dem milliardenschweren, autoritären Herrscher Trump fast ebenso viel Angst gemacht wie dem iranischen Regime. Nachher könnte dies noch die Unterdrückten in anderen Ländern auf Ideen bringen!

Doch selbst das unfassbare Massaker konnte das Regime nicht retten. Im Gegenteil, der Hass auf das Regime hat sich ins Unermessliche gesteigert. Und bereits wenige Wochen nach diesem Terror kam es erneut zu Protesten gegen das Regime. Es war nur eine Frage der Zeit bis zur erneuten Revolte, die das so morsche – seit fast 50 Jahren herrschende – Regime der Mullahs endgültig hinwegfegen würde.

Doch gerade das wollten die USA nicht. Bevor sich die Bevölkerung nach dem Massaker erholen, sammeln und wieder zu kämpfen anfangen konnte, haben sie die Initiative übernommen, um im Iran ein Regime durchzusetzen, dass ihren wirtschaftlichen und politischen Interessen dient.

Die USA wollen mit dem Staatsapparat der Mullahs weiterregieren

Wie das aussieht, haben wir gerade in Venezuela gesehen. Das gesamte unterdrückerische Regime – die Führung von Armee, Polizeiapparat und Behörden – sind im Amt geblieben. Nur die Politiker an der Spitze wurden getauscht… gegen Politiker, die Trumps Anweisungen gehorchen und ihm das Öl geben.

Im Iran hat Trump sogar den Führern der sogenannten iranischen „Revolutionsgarden“ – den Schlächtern von 30.000 Menschen – Immunität versprochen, wenn sie die Seiten wechseln. Denn er weiß: Auch unter der Herrschaft der USA werden Armut und Entbehrungen für die einfache Bevölkerung weitergehen. Und damit wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis die nächsten Revolten der kampferprobten Arbeitenden folgen werden. Um diese niederzuschlagen, brauchen die USA einen starken und gefestigten Staatsapparat.

Selbst wenn sich das neue Regime anfangs einen Anstrich von Demokratie geben sollte, wird aus ihm zwangsläufig eine weitere Diktatur gegen die Bevölkerung werden. Ganz zu schweigen von der Gefahr, dass sich – wie im Irak oder Syrien – verschiedene Cliquen um die Macht streiten und das ganze Land ins Chaos stürzen könnten. Oder der heutige Krieg zu einem regionalen Flächenbrand wird.

Die Zukunft liegt in einem unabhängigen Kampf der arbeitenden Bevölkerung

Die arbeitende Bevölkerung im Iran – mit ihrer langen Tradition an Kämpfen – ist die einzige, die eine andere Perspektive eröffnen kann. Wenn sie sich dessen bewusst sind und sich in den heutigen Kämpfen unabhängig (zum Beispiel über Arbeiter-Komitees in den Betrieben) organisieren, können sie in dem Chaos des zusammenbrechenden Regimes eigenständig eingreifen und selber als arbeitende Bevölkerung die Macht übernehmen. Nur eine solche soziale Revolution kann tatsächlich die Unterdrückung im eigenen Land beenden und auch eine Perspektive für die gesamte Region eröffnen.

Eine siegreiche Revolution – gegen die Unterdrücker im eigenen Land und die imperialistische Herrschaft – ist die einzige Perspektive, die der gesamten Region und letztlich der ganzen Welt einen Ausweg aus der Verelendung und der unendlichen Kriegsspirale des Imperialismus eröffnen kann.