Erneut haben die USA einen Krieg mit unabsehbaren Folgen für die ganze Welt begonnen.
Seit dem 28. Februar bombardieren sie gemeinsam mit Israel Tag für Tag massiv den Iran und Libanon, setzen Wohnviertel und Ölquellen in Brand. Innerhalb weniger Tage wurden eine Reihe weiterer Länder hineingezogen: Gegenschläge des Irans treffen Saudi-Arabien, Bahrain, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate.
Raketen gelangen in türkischen Luftraum. Iranische Drohnen wurden in Zypern gesichtet, woraufhin EU-Staaten Truppen dorthin schicken. Im Irak drohen unter dem Druck beider Seiten erneut Kämpfe zu entflammen. Die Öl- und Gaspreise explodieren. Welche Folgen wird der Krieg noch haben?
Deutschland ist aktiv daran beteiligt. Die deutsche Regierung hat sich nicht nur erneut hinter den Angriffskrieg der USA gestellt. Ein Teil der Drohnen- und Raketenangriffe auf den Iran steuert die US-Armee… von ihrer Militärbasis im deutschen Ramstein aus.
Nach Venezuela, Kuba, Grönland ist der Iran eine weitere Etappe in dem Machtkampf der USA. Trump will nicht länger dulden, dass das iranische Regime ihm nicht gehorcht und 90% seines Öls an den wichtigsten Gegner der USA verkauft: an China. Die US-Regierung will das Land und seine immensen Öl-Vorkommen wieder unter ihre Kontrolle bringen und ihre Herrschaft im gesamten Nahen Osten ausweiten. Und sie ist bereit, dafür die ganze Welt in noch mehr Unsicherheit, Chaos und Krieg zu stürzen!
Trump hat die Dreistigkeit, sich und die israelische Regierung als Befreier der iranischen Bevölkerung zu präsentieren. Sie, die noch das Blut von 100.000 Palästinensern an ihren Händen haben – und die drohen, nun die Hauptstadt des Libanon in einen zweiten Gaza-Streifen zu verwandeln!
Wer könnte die US-Regierung noch für Befreier halten? Sie, die gerade in der ganzen Welt offen das diktatorische Recht des Stärkeren durchsetzt?
Dem Regime im Iran ist es in den letzten Jahren immer schlechter gelungen, seine grausame, reaktionäre und arbeiterfeindliche Diktatur aufrechtzuerhalten. Es gab mehrere mutige Revolten der Bevölkerung. Und Anfang des Jahres brachte ein riesiger Aufstand die Herrschaft der Mullahs ernsthaft ins Wanken. Um seine Macht noch einmal zu retten, ermordete das Regime 30.000 Demonstranten.
Die US-Regierung hat seelenruhig abgewartet, während das iranische Regime seine Bevölkerung abgeschlachtet hat. Erst anschließend hat sie dies als „gute Gelegenheit“ genutzt, um ihren Krieg zu beginnen. Und ihre Bomben terrorisieren und töten nun auch die Gegner des Regimes.
Diejenigen, die die Bevölkerungen bombardieren, sind niemals Befreier. Ihr Ziel ist nicht die Menschen zu verteidigen, sondern sie durch Waffengewalt ihren Interessen zu unterwerfen.
Sollte dieser Krieg tatsächlich zu einem Wechsel des Regimes führen, dann werden all die Menschen im Iran, die unter Einsatz ihres Lebens gegen die Diktatur gekämpft haben, nicht gefragt. Dann haben Trump und Netanjahu die Macht zu entscheiden, wer im Iran künftig in ihrem Interesse regieren wird. Und wie ein solches Regime aussieht, können wir uns vorstellen!
Doch es könnte noch schlimmer kommen: Ihr Krieg könnte Kräfte entfesseln, die das Land in einem dauerhaften Kriegszustand treiben. Das Schicksal der Menschen in Afghanistan, Irak oder Syrien zeigt, was für eine „Befreiung“ die Bomben der USA bringen: noch mehr Chaos, Trümmer, Armut, Unterdrückung und Verzweiflung.
Dieser Krieg betrifft uns alle! Er betrifft uns nicht nur, weil die Ölkonzerne auch diesen Krieg ausnutzen, um die Preise gnadenlos in die Höhe zu treiben. Er betrifft uns vor allem, weil er nicht irgendwann endet und dann wieder Frieden sein wird. Allein schon, weil der dahinter liegende Machtkampf der USA gegen ihren Gegner China nicht aufhören wird.
Dieser Krieg in einer so wichtigen Region heizt zwangsläufig die weltweite Kriegsspirale weiter an. Er ist – nach der Ukraine – eine weitere Etappe in der Entwicklung hin zu einem Weltkrieg.
In den letzten Jahren hat man uns erzählt, die Kriegsgefahr für uns ginge allein von einem „verrückten“ Putin aus. Nun sagt man uns, sie komme auch von dem „verrückten“ Trump. Und warum nicht morgen auch von einem „verrückten“ deutschen Kanzler?
Tatsächlich geht der Krieg von einem verrückten System aus! Von einem Wirtschaftssystem, in dem Konzerne und ihre Staaten immer aggressiver um Öl, um Rohstoffe, um Absatzmärkte kämpfen. Und in diesem weltweiten, auf Krieg zusteuernden Konkurrenzkampf ist auch die deutsche Wirtschaft tief verstrickt.
Wir sehen den Krieg seit einigen Jahren immer deutlicher auf uns zukommen. Alle Länder rüsten in rasendem Tempo auf. Kriegspropaganda, Nationalismus und Militarisierung der Gesellschaft schreiten überall mit großen Schritten voran. Und wir wissen, dass wir Arbeitenden die ersten sein werden, die für ihren Krieg den Kopf hinhalten müssen.
Doch im Moment fühlen wir uns unfähig, dies zu verhindern. Das ist bitter. Denn wir Arbeitenden sind die einzige gesellschaftliche Kraft, die das Interesse und die Mittel dazu haben, uns dieser Entwicklung entgegenzustellen.
Wie viele Tote wird es noch geben, bis wir uns unserer Macht bewusst werden und beschließen die Dinge selber in die Hand zu nehmen und die Ausbeuter und Kriegstreiber unschädlich zu machen? Deshalb müssen wir Arbeitenden dringend anfangen uns zu organisieren – gegen eine kapitalistische Klasse, die die gesamte Menschheit gefährdet. Je früher, desto besser!
