Nach 50 Jahren sind zum ersten Mal wieder Menschen zum Mond geflogen und dabei so weit ins All vorgedrungen wie noch nie. Auf dem Mond gelandet sind die Astronauten diesmal nicht.
Die Artemis 2-Mission dient als vorbereitende Maßnahme, um irgendwann eine Station am Südpol des Mondes aufzubauen. Von dort aus könnten irgendwann vielleicht weitere Flüge in Richtung Mars erfolgen. Doch vor allem soll die Station es privaten (vor allem US-amerikanischen) Konzernen ermöglichen, auf dem Mond wertvolle Bodenschätze abzubauen.
Und schon jetzt ist Artemis 2 eine wertvolle Einnahmequelle für Elon Musk und Jeff Bezos, die mit ihren Firmen SpaceX und Blue Origin die gewinnbringendsten Teile der Weltraumtechnik liefern.
Einer der größten Träume der Menschheit ist es, ins Universum und auf andere Planeten zu fliegen und dort vielleicht sogar auf außerirdisches Leben zu stoßen und auf die Schönheit der Erde aus dem All zurückzublicken. Doch selbst dieser Traum, dessen Umsetzung die Menschheit als Ganzes weiterbringen würde, wird im Kapitalismus pervertiert.
Schon als der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin als erster Mensch in den Weltraum flog, war dem ein politisches Wettrennen im Kalten Krieg vorausgegangen. 55 Jahre später findet dieses Wettrennen zwischen den USA und China statt.
Es ist ein Wettlauf darum, wer die Ressourcen des Weltraums ausbeuten und mehr noch darum, wer ihn zur militärischen Kriegsführung nutzen kann, die immer mehr an Bedeutung gewinnt. Schon heute zeigen die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten, wie wichtig der Weltraum für die Beobachtung von Schlachtfeldern, die militärische Kommunikation und die GPS-Steuerung von Drohnen und Raketen geworden ist.
Die NASA kann das Artemis-Programm nicht allein umsetzen. Nur die gemeinsame Arbeit Tausender Wissenschaftler, Techniker und Arbeiter in zahlreichen Ländern haben diese grandiose Leistung möglich gemacht.
So international ein Raumfahrtprogramm sein muss, so international ist das Bedürfnis der Menschheit davon zu profitieren. Schon heute könnte man die von Satelliten gesammelten Daten nutzen, um eine weltweite Verwaltung der Ressourcen der Erde zu organisieren, um die heutige Menschheit zu ernähren.
Stattdessen werden sie den Profitinteressen der mächtigsten Kapitalisten der Welt überlassen. Wir müssen mit diesem Irrweg Schluss machen.
In einer Gesellschaft, ohne Grenzen und Ausbeutung, würde man ganz anders über den Weltraum nachdenken. Fragen, ob man zum Beispiel Astronauten zum Mars schicken sollte, werden dann Gegenstand gemeinschaftlicher Debatten sein. Und es wird sicherlich weder an Mitteln noch an Freiwilligen für solche Forschungsreisen fehlen. Aber diese Gesellschaft müssen wir erst erschaffen.
