Klima: Die Kapitalisten treiben uns in die Hölle

— Nr.

Gerade tagt die mittlerweile 30. UN-Klimakonferenz in Brasilien. Seit der ersten Klimakonferenz sind damit dreißig Jahre vergangen. Dreißig Jahre, in denen Wissenschaftler warnen und technische Lösungen gegen die Erderwärmung vorschlagen. Doch stattdessen wird Jahr für Jahr immer mehr CO2 ausgestoßen, und die Erde erwärmt sich immer schneller. Wir sind dabei, die 1,5 °C Erwärmung zu erreichen, die man eigentlich erst für das Jahr 2100 prognostiziert hatte!

Eines wird immer deutlicher. Genauso, wie wir uns im Kampf gegen Armut, Ausbeutung und Kriege nicht auf die Regierungen verlassen können, wäre es selbstmörderisch, sich im Kampf gegen den Klimawandel auf sie zu verlassen.

Und selbstmörderisch ist das richtige Wort. Denn die Erderwärmung ist auf lange Sicht eine Frage von Leben und Tod für die Menschheit. Schon heute leiden wir unter den allerersten Folgen: Starkregen, Überschwemmungen, Hitzewellen, verheerende Brände, Dürren… In armen Ländern führt dies bereits jetzt zu Hunger und Zwangsumsiedlungen von Millionen Menschen. Und auf lange Sicht kann die Erwärmung der Meere und der Atmosphäre irreparable Kettenreaktionen auslösen und den Planeten schlichtweg unbewohnbar machen.

Der Kampf gegen die Erderwärmung sollte für jeden verantwortungsbewussten Politiker eine Selbstverständlichkeit sein. Doch dafür müsste man ernsthaft in die Wirtschaft eingreifen und die Interessen der Menschheit über die des Profits stellen. Das aber ist für alle herrschenden Politiker undenkbar.

Und so haben sie seit Jahrzehnten nichts unternommen, außer große Reden zu schwingen und den Klimawandel immer dann als Ausrede zu nehmen, wenn sie den Konzernen Milliarden geschenkt oder den Arbeitenden neue Steuern aufgezwungen haben.

Heute geben die Kapitalisten und ihre Politiker nicht einmal mehr vor, etwas zu unternehmen. Die Priorität aller Regierenden liegt auf Konkurrenzfähigkeit, Handelskrieg und Aufrüstung. Nicht mehr Elektroautos liegen im Trend, sondern Panzer, Raketen und Drohnen.

Bezeichnend dafür ist die Grüne NRW-Wirtschaftsministerin, die nun fordert, dass die Stahlindustrie in Deutschland keine Abgaben mehr auf CO2 zahlen soll, damit sie im internationalen Konkurrenzkampf gut dasteht und im Kriegsfall genug deutscher Stahl für deutsche Waffen produziert wird!

Die Kapitalisten und ihre Politiker sind bereit, uns für ihre wahnsinnige Profitlogik in die Katastrophe zu treiben. Wenn wir dies verhindern wollen, muss ihr völlig verrücktes System gestürzt werden.