Was für die Herrschenden „wirklich zählt“

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In München fährt seit längerem eine Tram (also eine Straßenbahn) in Tarnfarben, die junge Leute für die Bundeswehr anwerben soll, unter anderem mit dem Spruch: „Mach, was wirklich zählt.“

Drei Straßenbahnfahrer haben Anfang letzten Jahres ihrer Betriebsleitung angekündigt, dass sie sich weigern, diese Tram zu fahren. Sie haben erklärt, sie können es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, für eine Ausbildung zum Töten zu werben.

Als nun einer der drei die Bundeswehrtram zugewiesen bekommen hat, hat er sofort der Leitstelle mitgeteilt, dass er diese bestimmte Tram nicht fahren will. Daraufhin haben Kollegen in der Leitstelle umgehend einen Fahrerwechsel organisiert. Trotzdem hat er eine schriftliche Ermahnung wegen „schwerem Verstoß gegen den Arbeitsvertrag“ bekommen.

Der Fahrer wehrt sich dagegen, wobei ihn Kolleginnen und Kollegen mit einer Petition unterstützen. Darin beziehen sie sich unter anderem auf den Werbeslogan „Mach, was wirklich zählt.“ Sie erklären: „Was wir machen, nämlich Trambahn-Fahren, zählt also nicht, beziehungsweise nicht wirklich?!! Das trifft nicht nur uns, sondern alle Arbeitenden. Man kann nicht ernsthaft von uns erwarten, dass wir diese Beleidigung aller Arbeitenden auch noch durch die Straßen fahren.“