Schwarzfahren: Einer der häufigsten Haftgründe in Deutschland

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Jeder Sechste landet in Deutschland deshalb im Gefängnis, weil er… ohne Fahrschein Bus und Bahn gefahren ist.

40 Euro für eine Hin- und Rückfahrt mit der S-Bahn von Essen nach Düsseldorf – eine Strecke von nur 30 Kilometern. Oder 3,80 Euro für drei Haltestellen mit dem Bus.

Diese Preise sind das eigentliche Verbrechen!

Dieses Gesetz bestraft Menschen ausschließlich deshalb, weil sie arm sind. Nun hat die SPD-Justizministerin vorsichtig vorgeschlagen, es abzuschaffen und stattdessen bei Fahren ohne Fahrschein einfach dieselben Gesetze anzuwenden, die gelten, wenn man sein Amazon-Paket oder seine Telefonrechnung nicht bezahlt.

Das hat ausgereicht, um sofort alle Unternehmerverbände und konservativen Spitzenpolitiker auf die Barrikaden zu treiben. Schwarzfahren sei „kein Kavaliersdelikt“, sondern „gemeinschädlicher Betrug“. Ja eine solche Gesetzesänderung sei gar der Türöffner zu „Recht- und Regellosigkeit“!

Das kommt aus dem Kreis von Leuten, für die es ein Kavaliersdelikt ist… Millionen an Steuern zu hinterziehen. Bei diesen feinen Herren „vergisst“ dann auch schon mal ein Bundeskanzler, dass er mit ihnen über deren Steuer-Hinterziehung gesprochen hat. Fahnder haben so lange „keine Zeit“, die reichen Kapitalisten zu verfolgen, bis die Straftat verjährt ist.

Und wenn die Behörden in deren Firmen kommen, um die Bücher oder den Arbeitsschutz zu überprüfen, kündigen sie sich netterweise vorher an.

Doch wer seinen Fahrschein für 4 Euro nicht bezahlt, der darf auf keinen Fall davonkommen. Schließlich sind die Gesetze genau dafür da.

Mit der permanenten Androhung von Strafe und Gefängnis sollen sie dafür sorgen, dass die Arbeitenden und Ärmeren all die himmelschreiend ungerechten Gesetze und das Eigentum der herrschenden kapitalistischen Klasse respektieren, die selber – mit allen legalen und illegalen Methoden – die Gemeinschaft ausplündern.