Anschläge, die nicht in ihre Propaganda passen

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Am 4. Mai ist ein 33jähriger Deutscher in Leipzig mit einem Auto in die Menge gerast, hat zwei Menschen getötet und mehrere schwer verletzt. Er hatte offensichtlich schwere psychische Probleme.

Einen Monat zuvor, am 2. April, hat ein 20-Jähriger Deutscher – mit mehreren Messern bewaffnet – im ICE von Aachen nach Frankfurt mehrere Sprengsätze gezündet und 12 Menschen verletzt. Der Täter war wegen verschiedener krimineller Delikte polizeibekannt und hatte, wie auch in seinem Bekennerschreiben deutlich wird, mindestens rechtsextreme Tendenzen.

Wie alle Anschläge hinterlassen sie ein Gefühl des Entsetzens. Doch wären die Täter Migranten gewesen, hätten AfD und Co. längst eine Hetzjagd gegen „die Migranten“ in den (sozialen) Medien begonnen und dabei alle Migranten mit Attentätern gleichgesetzt – und die Regierung hätte sofort härtere Gesetze und mehr Abschiebungen  für  ALLE  Migranten versprochen.

Diesmal sind alle leise. Denn wie will eine AfD solche Anschläge ausnutzen? Sie kann ja schlecht Abschiebungen und härtere Strafen gegen alle Deutschen fordern, weil ja alle Deutschen potenzielle Attentäter wären.

Die Zunahme von Anschlägen und Amoktaten sind die Folge einer Gesellschaft, die weltweit den Bach runtergeht; die Hass und Verzweiflung schürt, die Menschen wortwörtlich krank macht und in den Wahnsinn treibt. Es gibt keine einfache Lösung, um dies zu verhindern. Dafür müssen wir diese kaputte Gesellschaftsordnung grundlegend ändern.

Die rechtsextremen Stimmungsmacher hingegen, die sich die Wahrheit nach Belieben zurechtbiegen, um gegen alle Migranten zu hetzen, sind nicht nur verlogen. Ihre Hetze vergiftet unseren Alltag und ist mindestens ebenso gefährlich.