Die neuen Sklaven bei Tönnies und Westfleisch

— Nr.

Schon wieder haben sich die Unternehmer der Fleischindustrie etwas Neues ausgedacht. Jahrelang haben sie vor allem osteuropäische Arbeiter bis aufs Blut ausgebeutet. Nun versuchen sie ihr Ausbeuter-Glück bei Arbeitern aus Indien und Vietnam.

Sie lassen sie über Agenturen anwerben, die von den Arbeitern und ihren Familien zunächst 4.000 Euro, am Ende dann aber real bis zu 10.000 Euro Vermittlungsgebühr für eine Arbeit in Deutschland verlangen – ein Vermögen in diesen Ländern. Fast alle müssen sich dafür verschulden. Und mit diesen Schulden erpressen die Fleischkonzerne sie.

Egal wie viele Stunden sie arbeiten sollen, wie schwer die Arbeit ist, wie viel Lohn ihnen für die Werkswohnung abgezogen wird, jeder Arbeiter überlegt gut, ob er etwas dagegen sagt. Denn sonst ist man ganz schnell gefeuert, fliegt aus der Werkswohnung und droht obendrein sein Arbeitsvisum zu verlieren. Und dann kann man seine Schulden nicht zurückzahlen.

Betroffene berichten, dass sie sich beim Fleischzerlegen, einer schweren und monotonen Arbeit, oft und teilweise schlimm in die Hand schneiden. Als einige deswegen einen Krankenschein nehmen mussten, wurden sie gefeuert. Also arbeiten Viele auch krank weiter.

Das zuständige Ministerium in NRW weiß von dem Lohnbetrug und dem Menschenhandel. Doch angeblich konnte es „keine Unregelmäßigkeiten“ feststellen.

Genauso lief es ab, als die Fleischbarone jahrelang die osteuropäischen Arbeiter mit ähnlichen Methoden halb versklavt haben. Erst als diese zunehmend Mut fanden, sich zu wehren und ihre Arbeitsverhältnisse (während Corona) öffentliche Empörung auslösten, hat sich dies geändert.