Hitzewelle: Nicht nur die Temperaturen spinnen

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Es ist erst Juni, und wir haben schon die zweite Hitzewelle. Sie ist vor allem für Arbeitende und Ärmere eine Katastrophe. Wir haben nicht die Möglichkeit, unsere Zeit durchweg in klimatisierten Orten zu verbringen.

Anstrengende Arbeitszeiten, in der Hitze stundenlang auf überfüllte Busse und Bahnen warten, schlecht isolierte Wohnungen, die Hitze wie Pizzaöfen abstrahlen: Das ist das Los der einfachen Bevölkerung. Für ältere und kranke Menschen ist es besonders schlimm.

Trotz Hitzewelle wird auf Baustellen und in Fabriken „normal“ weitergearbeitet. Auch in Büros und Geschäften sitzen viele 8 Stunden lang bei 35 oder 38 Grad fest. In Frankreich wurde ein 19-jähriger Dachdecker bei der Hitze auf ein Dach geschickt und starb daran. Keine Temperatur hält die Bosse auf. Die Profitmaschine muss auf Hochtouren laufen. Und die Regierung weigert sich, den Unternehmern Beschränkungen aufzuerlegen.

Stattdessen gibt sie ihre Ratschläge des „gesunden Menschenverstands“ von sich: Wasser trinken, Fenster zuhalten und morgens lüften. Als ob wir das nicht selber wüssten!

Der Staat selber versagt schon bei den einfachsten Aufgaben. In vielen öffentlichen Einrichtungen, wie zum Beispiel Krankenhäusern und Schulen, scheint es unmöglich, auch nur (funktionierende) Rollläden anzubringen und ein paar Bäume im Innenhof zu pflanzen.

Die hemmungslose Ausbeutung der Natur in einer Gesellschaft, die nur auf Profit getrimmt ist, hat unseren Planeten in eine tickende Zeitbombe verwandelt. Und die Herrschenden zeigen sich vollkommen unfähig, sie zu entschärfen.

Die Arbeitenden selber müssen die Kontrolle über die Wirtschaft erlangen – in allen Belangen, ob klein oder groß.