Nordbund: eine weitere bewaffnete rechtsradikale Gruppe im Inneren des Staatsapparats

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Schon wieder ist Mitte September ein größeres rechtsradikales Netzwerk öffentlich bekannt geworden, dem vor allem Soldaten und Polizisten angehören: der sogenannte Nordbund, ein bewaffnetes, paramilitärisches Netzwerk von Neonazis, das mit den Hells Angels verbunden und in Prostitution und organisierte Kriminalität verstrickt ist.

Mindestens 10 aktive Soldaten der Bundeswehr gehören diesem rechtsradikalen Netzwerk an, darunter mehrere, die im Verteidigungsministerium als Personenschützer von Staatssekretären und Generälen tätig waren.

Der Kopf des Nordbundes ist ein seit Jahrzehnten bekannter Ex-Soldat und Neonazi, der bereits Kopf der verbotenen Nazi-Vereinigung Blood & Honour war.

Obwohl er den Behörden also wohlbekannt war und obwohl seine Nordbund-Kameraden Gruppenfotos mit Hakenkreuzen ins Internet stellten und öffentlich Schießtrainings, paramilitärische Kampfübungen und Scharfschützenausbildungen für Soldaten und „Interessier-te“ organisierten, haben die Behörden jahrelang bewusst weggesehen und sie gewähren lassen.

Der Staatsschutz wurde erst (und auch nur zaghaft) aktiv, nachdem eine antifaschistische Gruppe detaillierte Recherchen inklusive Fotos der Soldaten veröffentlichte, die im Verteidigungsministerium arbeiteten.

Die staatlichen Behörden waren schon immer auf dem rechten Auge blind. Und in Zeiten, wo eine AfD zur zweitstärksten Partei geworden ist und ihre Anhänger in eben diesen Behörden die Entscheidungen treffen, können wir umso weniger darauf vertrauen, dass dieser Staat uns vor der rechtsradikalen Gefahr schützen wird.

Im Gegenteil: Er ist zunehmend selber die Gefahr.