Es ist offensichtlich, dass Trump in einer Zwickmühle steckt. Sein Plan, das iranische Regime „mal eben“ zu unterwerfen, ist gescheitert. Stattdessen ist nun die Straße von Hormus blockiert, die vor seinem Krieg für alle frei passierbar war.
Diese offensichtliche Zwickmühle kann einem eine gewisse Genugtuung bereiten, wenn man bedenkt, mit welcher Arroganz der US-Imperialismus immer der ganzen Welt seinen Willen aufzwingen will. Doch leider bezahlen andere, allen voran die Menschen im Libanon und dem Iran. Und vor allem wird sie zwangsläufig zu noch größeren Kriegen führen.
Denn die Zwickmühle, in der die USA heute stecken, ist nicht die Folge von Trumps Größenwahn und Fehleinschätzungen. Sie ist die Folge eines grundlegenden Widerspruchs: In Zeiten, in denen die Weltwirtschaft in der Krise steckt, greifen alle Großmächte zu immer aggressiveren Mitteln wie Zölle und letztlich auch Kriege, um ihre Konzerne beim Kampf um Absatzmärkte und günstige Rohstoffe zu unterstützen. So richteten sich der Militärschlag gegen Venezuela und der Krieg gegen den Iran nicht zuletzt gegen China, den größten Konkurrenten der USA. Sie sollten die Lieferung großer Mengen günstigen Öls an China beenden und damit dessen Wirtschaft schaden.
Am Ende jedoch lösen all diese aggressiven Mittel die Probleme nicht, sondern führen nur zu noch größeren Krisen und damit schließlich… zu noch umfassenderen Kriegen, die noch mehr Probleme hervorbringen. Das ist der Widerspruch, in dem alle wirtschaftlichen Großmächte stecken.
So sind nun auch bereits das erste Bundeswehr-Schiff und ein französischer Flugzeugträger zur Straße von Hormus aufgebrochen. Auch Europa bereitet sich nämlich darauf vor, sich zur Sicherung der Interessen seiner Konzerne in den Machtkampf in der Region militärisch einzumischen… mit den nächsten unkalkulierbaren Folgen.
Es ist ein Teufelskreis; ein Widerspruch, aus dem es im Rahmen der kapitalistischen Konkurrenzwirtschaft keinen Ausweg gibt. Nur wenn wir den Kapitalismus überwinden, können wir diese lebensgefährliche Kriegsspirale beenden.
