Zalando: Die Heuschrecken unschädlich machen!

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Noch Ende letzten Jahres mussten die 2.700 Arbeitende im Zalando-Lager in Erfurt wie die Irren schuften – wie bei vielen Online-Händlern in den Monaten vor Weihnachten. Und auf der Betriebsversammlung erzählte man ihnen, wie „zukunftsfähig“ der Standort sei. Doch kaum war das Weihnachtsgeschäft erledigt, wurde den Beschäftigten mitgeteilt, was schon lange vorher im Geheimen geplant war: Ende September wird der Standort geschlossen und stattdessen ein neues Lager im 200 Kilometer entfernten Gießen eröffnet.

Dabei hatte das Land Thüringen erst 2012 stolze 22,4 Millionen Euro aus Steuergeldern für den Bau des Erfurter Lagers bezahlt. Dafür hatte Zalando versprochen, dort tausende Arbeitsplätze zu schaffen.

Jetzt werden alle diese Arbeitsplätze wieder vernichtet. Stattdessen sollen in dem neuen Lager in Gießen künftig 1.700 Leute die Arbeit schaffen, die in Erfurt noch von 2.700 Arbeitenden gemacht wurde. Und zum Dank für diese Vernichtung von Arbeitsplätzen erhält Zalando nun auch in Gießen wieder öffentliche Fördergelder.

Die Erfurter Kollegen von Zalando berichten, dass sie seit Bekanntwerden der Schließung eine Welle der Solidarität erlebt haben: „Das Telefon steht kaum still“. Und das ist gut so. Jede Schließung trifft nicht nur die Arbeitenden des Betriebs, sondern letztlich die gesamte Region. Auch deshalb darf die Entscheidung darüber nicht in den Händen einer Handvoll Kapitalisten liegen!