Die einen arbeiten, die anderen erben

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Obwohl jährlich zwischen 200 und 400 Milliarden Euro vererbt werden, nimmt die Regierung weniger an Erbschaftssteuer ein als zum Beispiel an Tabaksteuer.

Durch ein (absichtliches) Steuerschlupfloch müssen nämlich gerade die Reichsten – diejenigen, die mehr als 26 Millionen Euro erben – quasi keine Erbschaftssteuer zahlen. Bei diesen reichen Erben handelt sich um Großaktionäre oder Besitzer von so „kleinen“ Familienunternehmen wie ALDI, LIDL, BMW oder Henkel.

Dank der großzügigen Steuer-Gesetze können diese Kapitalisten den Reichtum, den sie mit der Ausbeutung ihrer Arbeitenden verdient haben, fast ohne Abzüge an ihre Sprösslinge weitervererben. Ohne je einen Tag in ihrem Leben gearbeitet zu haben, können diese Erben nicht nur in Saus und Braus leben, sondern obendrein über ganze Konzerne entscheiden.

Da bekommt die Aussage unseres Bundeskanzlers, „unser Staat sei viel zu großzügig gegenüber denjenigen, die nicht arbeiten“, gleich eine ganz andere Bedeutung.