Sklavenarbeit in deutschen Pflegeheimen

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Viele private Altenheime – die oft Investment-Fonds gehören – leben von der grenzenlosen Ausbeutung von Pflegekräften aus dem Ausland. Sie setzen darauf, dass viele Pflegekräfte sich verschulden, um nach Deutschland zu kommen und ihr Aufenthaltsrecht an die Arbeit geknüpft ist. Daher können sie nicht einfach kündigen, egal wie schlimm die Arbeitsbedingungen sind.

Ein besonders widerlicher Fall: In Altenburg bei Gera (Ostdeutschland) hat die private Pflegeheim-Firma Michael Hose seit Jahren Auszubildende aus Vietnam ausgenutzt. Sie wurden in verschimmelten Zimmern untergebracht, für die die Firma ihnen noch 275 Euro Miete abknöpfte. Die versprochene Ausbildungs-Vergütung hingegen wurde den 40 Azubis nur teilweise gezahlt. Einige schufteten monatelang ganz ohne Lohn. Am Unterricht in der Berufsschule konnten sie oft ebenfalls nicht teilnehmen, weil ihnen das Geld für Zugtickets fehlte. Und statt ihre Familien in Vietnam unterstützen zu können, mussten diese ihnen Geld schicken.

Das war selbst für die Behörden zu krass, die sonst bei dieser Ausbeutung gerne wegsehen. Ende August entzogen sie der Pflege-Firma die Ausbildungs-Lizenz. Doch um die ehemaligen Azubis kümmerten sie sich nicht. Die Azubis verloren ihre Arbeit und mussten ihre Betriebswohnungen verlassen. Manche wurden obdachlos.

Unterstützung bekamen sie stattdessen von anderen Arbeitenden aus Vietnam und anderen Pflegekräften. Diese halfen ihnen, eine Unterkunft und eine neue Ausbildung zu finden. Sie haben außerdem Geld gesammelt, damit die Azubis einen Anwalt bezahlen können, um ihren fehlenden Lohn einzuklagen.

Diese Solidarität unter Arbeitenden ist die einzige, auf die wir zählen können.