„Die Bosse wollen Klassenkampf? Können sie haben.“

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Am 21. September sind 175.000 Arbeiterinnen und Arbeiter der Autoindustrie in 280 Städten auf die Straße gegangen. Sie haben die Schnauze voll, den Kopf hinzuhalten, um in der Krise die Milliarden-Dividenden ihrer Bosse zu sichern.

Seit mehreren Jahren erleben sie einen Dauerangriff, mit Werksschließungen, Entlassungen und gigantischem Stellenabbau: bei VW, Bosch, ZF, Continental… Bei Mercedes vernichtet der Konzern tausende Stellen und will nun gleichzeitig alle übrigen zwingen, 5 Stunden MEHR zu arbeiten – ohne Lohn. Jetzt kommen noch die Angriffe der Regierung dazu.

Von Seiten der gewerkschaftlich aktiven Arbeiterinnen und Arbeiter gibt es seitdem immer mehr Druck auf die IG Metall-Führung, gegen diesen Generalangriff Widerstand zu organisieren. Der 21. September könnte hierfür ein Anfang sein. Allerdings nur, wenn die Arbeitenden, die kämpfen wollen, die Entscheidung darüber nicht der IG Metall-Führung überlassen.

Diese hat keine vier Wochen zuvor im VW-Aufsichtsrat erneut einstimmig (!) der Vernichtung weiterer 50.000 Stellen und der Schließung von bis zu 4 großen Autowerken zugestimmt – ohne die betroffenen Arbeitenden vorher zu fragen oder gar zu versuchen, Widerstand dagegen zu organisieren. Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht für die Arbeitenden bei VW, sondern für alle Arbeitenden der Autoindustrie, die derzeit versuchen, sich gemeinsam gegen die Angriffe zu wehren.

Damit die Kämpfe so groß und wirksam werden wie möglich, ist es daher entscheidend, dass die kämpfenden Arbeiter sie selber in der Hand haben; dass sie dafür sorgen, dass sie gemeinsam über alle Fragen ihrer Proteste und Verhandlungen entscheiden.

„Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ war ein weiteres Motto des Protesttags, und ein besonders wichtiges. Denn seit Jahren versuchen die Manager den Arbeitenden einzureden, dass ihre Zukunft davon abhänge, wie viele Autos „ihr“ Unternehmen verkauft.

Dass die VW-Arbeiter also mit ihren Bossen im gleichen Boot sitzen würden – und die Arbeiter von Opel oder Mercedes ihre Konkurrenten wären. Sogar die Arbeiter im gleichen Konzern versuchen sie immer wieder gegeneinander auszuspielen. So sagen sie den VW-Arbeitern in Wolfsburg: „Ihr müsst konkurrenzfähiger werden – sprich billiger produzieren – sonst  bekommt  das Werk  in  Hannover den Auftrag.“

Mit dieser Spaltung haben sie seit Jahren die Arbeitenden geschwächt und letztlich überall massiv schlechtere Arbeitsbedingungen durchgedrückt. Immer wieder wurde an dem Protesttag daher betont, wie wichtig es angesichts der aggressiven Politik der Bosse und der Regierung ist, über die Unternehmensgrenzen hinweg zusammenzuhalten.

Und das gilt nicht nur innerhalb Deutschlands! Die Bosse (nicht nur) der Autokonzerne haben viele Verschlechterungen durchgesetzt, indem sie behauptet haben, sie müssten „konkurrenzfähiger“ werden, um gegenüber ihren Konkurrenten aus China oder den USA bestehen zu können. Diese Spaltung, bei der fast alle Politiker und viele Betriebsräte ebenfalls mitgemacht haben, war in den letzten Jahren ihre größte Waffe.

Dabei arbeiten die Beschäftigten in Deutschland, den USA und China teilweise für die gleichen Konzerne… zum Beispiel für VW. Und in allen Ländern sind sie Opfer ihrer Bosse, die ihre Profite erhalten, indem sie die weltweite Überproduktionskrise auf die Arbeiterinnen und Arbeiter abwälzen. Im Kampf dagegen sind die Arbeitenden Chinas, der USA und aller Länder unsere wichtigsten Verbündeten!