Autoindustrie: Auf die Angriffe der Bosse – welche Antwort der Arbeitenden?

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In der Autoindustrie hagelt es einen Angriff nach dem anderen.

Die verwöhnten Aktionäre sind nicht bereit zu akzeptieren, dass die Autokonzerne nach außergewöhnlichen Jahren mit Gewinnen von 15 Milliarden Euro nun wieder „nur“ noch Gewinne von 5 Milliarden Euro zu haben sind. Bei den großen Zulieferern ist es ähnlich. Die Folge ist ein radikaler Kahlschlag in allen Betrieben.

Allein in den letzten zwei Wochen hat der Autozulieferer Bosch angekündigt, 13.000 Stellen zu vernichten, nachdem er erst letztes Jahr 10.000 Stellen abgebaut hat. Und Ford in Köln hat nur wenige Monate nach der Ankündigung, 2.900 Arbeitende zu entlassen, weitere 1.000 Entlassungen verkündet – insgesamt ein Drittel der Belegschaft.

Im Frühjahr hatten 93% der Ford-Arbeiter dafür gestimmt, gegen die 2.900 Entlassungen unbefristet zu streiken. Dies wäre der erste echte Kampf gegen einen der vielen der derzeitigen Angriffe in der Autoindustrie gewesen. Er hätte damit auch ein wichtiges Signal und Ermutigung für andere Betroffene sein können.

Doch statt den Willen der Arbeiter zu respektieren hat die IG Metall ohne Streik und damit ohne Druckmittel weiterverhandelt. Das Ergebnis war, dass sie am Ende die Entlassung aller 2.900 Arbeiter akzeptiert hat, wenn auch mit ziemlich hohen Abfindungen.

Sie hat dies als Erfolg verkauft, weil Ford im Gegenzug versprochen hat, für die übrigen Arbeitsplätze gäbe es eine Absicherung bis 2032. Ein Versprechen, dass die Ford-Manager keine drei Monate später nun schon wieder gebrochen haben.

Angesichts gesunkener Gewinne und ungewisser Zukunft ist eines sicher: Die Bosse der Autoindustrie werden nicht aufhören. Ein Angriff auf die Arbeitsplätze und Löhne wird dem nächsten folgen. Die üblichen Rituale zwischen Geschäfts- und Gewerkschaftsführung gelten längst nicht mehr.

In dieser Lage haben die Arbeiter*innen, um ihre Haut zu verteidigen, keine andere Wahl, als so entschlossen wie möglich zu kämpfen – und mit möglichst vielen Betrieben zusammen.

Und die Erfahrung bei Ford wie auch bei VW zeigt, wie wichtig es hierfür ist, dass die Arbeitenden die Initiative und die Entscheidung darüber nicht der Gewerkschaftsführung überlassen, sondern selber in die Hand nehmen.