Über 1.000 Menschen sind bereits an der Ebola-Epidemie gestorben, die im Mai im Kongo ausgebrochen ist. Gegen das extrem gefährliche Virus, das hohes Fieber und innere Blutungen verursacht, gibt es weder Impfstoff noch Medikamente. Die Pharmakonzerne haben nie ernsthaft daran geforscht. Denn der afrikanische Kontinent, auf dem das Virus seit 50 Jahren immer wieder tödliche Epidemien hervorruft, ist für sie als Absatzmarkt zu uninteressant.
Man kann daher die Ausbreitung der Krankheit nur eindämmen, indem man alle Personen isoliert, die mit einem Kranken Kontakt hatten. Doch in der Region, in der die Epidemie ausgebrochen ist, befinden sich große Gold-Minen und Bergwerke, in denen für VW, Intel, Airbus und Co. die wichtigen Metalle Tan-
tal, Wolfram und Zinn abgebaut werden.
In diesen Bergwerken wird von morgens bis abends weitergearbeitet, als gäbe es die Epidemie gar nicht. Schlimmer noch: Viele Bergleute müssen als Wanderarbeiter von Bergwerk zu Bergwerk ziehen, wo gerade Arbeit ist… wodurch sich das Virus noch schneller ausbreitet.
Es fehlt außerdem an allem: an Krankenstationen, an Krankenwagen, an Schutzausrüstung. Selbst für die wenigen Ärzte und Pflegekräfte fehlt es an Masken und Desinfektionsmittel. Sie laufen täglich Gefahr, sich selber anzustecken und das Virus in ihre Familien zu tragen. 35 von ihnen sind bereits an Ebola gestorben. Und zu allem Überfluss haben Pflegekräfte und Ärzte seit Mitte Mai kein Gehalt mehr erhalten.
Gegen diese katastrophalen Zustände sind zunächst die Pflegekräfte der Stadt Buna in den Streik getreten. Sie fordern ihr Gehalt und die notwendige Ausrüstung, um die Kranken zu versorgen, ohne dabei ihr Leben zu riskieren. Schon bald hat sich ihr Streik auf weitere Städte und weitere Berufe ausgeweitet, unter anderem auf diejenigen, die die Ebola-Opfer fahren und bestatten.
Ihr Streik könnte die kongolesische Regierung zwingen, ihre verachtende Politik gegenüber denen zu beenden, die unter Einsatz ihres Lebens gegen die Epidemie kämpfen; eine Epidemie, für deren schnelle Ausbreitung die Profitgier der westlichen Konzerne und ihre jahrzehntelange Ausplünderung des Landes maßgeblich mit verantwortlich sind.
