Er hieß Janos M. Er war 50 Jahre alt. Er war aus Rumänien und arbeitete einige Wochen als Saisonarbeiter auf einem Weingut in Baden-Württemberg. Kurz vor Weihnachten ist er gestorben, nachdem er zuvor zwei Tage bewusstlos in seiner Unterkunft auf dem Boden gelegen hat. Denn der Bauer, für den er arbeitete, weigerte sich den Arzt zu rufen – zwei Tage lang! Erst als seine Tochter in Rumänien ihn nicht erreichte und daraufhin Alarm schlug, kam er ins Krankenhaus, konnte aber nicht mehr gerettet werden.
Er hat auf dem Weingut, wie so viele Saisonarbeiter, ohne Vertrag gearbeitet. Der Bauer hatte ihn nie ordnungsgemäß angemeldet, weshalb er vermutlich auch keinen Arzt gerufen hat. Zurück bleibt eine Familie, die nicht nur die Reisekosten der Tochter nach Deutschland, sondern auch die Überführung des Toten bezahlen muss und nun auf Spenden angewiesen ist. Denn Lohn hat Janos M. nie bekommen.
Immer wieder gibt es Skandale zu den Arbeitsbedingungen und vertuschten tödlichen Unfällen von ausländischen, oft osteuropäischen Arbeitern, die gnadenlos ausgebeutet werden – vor allem in der Landwirtschaft, aber auch auf Schlachthöfen, auf dem Bau, in Hotels oder als Leiharbeiter bei ThyssenKrupp.
Da passt es ins Bild, dass der Bundesagrarminister auf Drängen der Agrarlobby gerade prüfen lässt, ob man in der Landwirtschaft den Mindestlohn nicht ganz abschaffen und völlig legal Niedrigstlöhne zahlen kann.
