Air Canada: Ein Streik mit Zukunft

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In den letzten Jahren haben es Unternehmer in Deutschland immer wieder geschafft, Streiks durch Gerichtsurteile zu verhindern. Und außerhalb von Tarifverhandlungen sind Streiks grundsätzlich nicht erlaubt – selbst bei heftigsten Angriffen auf uns Arbeiter.

Der Streik der Flugbegleiterinnen von Air Canada zeigt, dass es auch anders geht. Seit 10 Jahren haben sie keine Lohnerhöhung bekommen – trotz der massiv gestiegenen Preise. Ihre Arbeitszeiten am Boden (Ein- und Aussteigen der Passagiere, Kabine auffüllen, Verspätungen usw.) werden obendrein gar nicht bezahlt – was bis zu 35 Stunden pro Monat ausmacht.

Gegen all das sind 10.000 Flugbegleiterinnen (großteils Frauen) Mitte August in den Streik getreten. Keine 12 Stunden später hat die kanadische Regierung den Streik verboten.

Und wie haben die Flugbegleiterinnen reagiert? Sie haben das Verbot ignoriert und weiter gestreikt!

Und nichts Schlimmes ist passiert, außer wütendem Geschrei der Regierung und Air Canadas. Im Gegenteil, nachdem die Gewerkschaft 8 Monate lang erfolglos verhandelt hatte, hat Air Canada angesichts der Entschlossenheit der Streikenden nach nur ein paar Stunden ein Angebot vorgelegt, das die Flugbegleiterinnen annehmen konnten.

Eine Erfahrung mit Zukunft… auch hier in Deutschland.