Rubriken: Ihre Gesellschaft
-
Lobbyisten und Überzeugungstäter
— Nr.140Die Maskenaffäre hat erneut offenbart, wie viele enge Verflechtungen und Kungeleien es zwischen Politikern und Firmenbossen gibt. Ganz besonders bei CDU/CSU, die vielerorts seit Jahren regieren und gleichzeitig eine große Zahl von Unternehmern in ihren Reihen haben, doch letztlich bei allen im Bundestag vertretenen Parteien. Einige fordern daher ein Verbot von bezahlten Lobbytätigkeiten für Politiker.…
-
real: Ein Blick in den Spiegel
— Nr.140Der neue Eigentümer von real, der Finanzinvestor SCP, hat überall im Betrieb Plakate aufhängen lassen mit dem Titel „Faules Früchtchen entdeckt?“. Darauf hat er alle Beschäftigten aufgerufen, ihre Kolleginnen und Kollegen zu beobachten und sie bei „Fehlverhalten“ oder Diebstahl zu verpfeifen. Doch damit hat er das Gegenteil erreicht. Die Plakate haben so viel Empörung ausgelöst,…
-
„Spiel“ auf dem Massengrab
— Nr.140Über 6.700 Arbeiter sind seit Beginn der Bauarbeiten für die Fußballweltmeisterschaft in Katar bereits gestorben. Sie alle sind Arbeitsmigranten, vor allem aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka, und haben sich wortwörtlich zu Tode gearbeitet: 60-70 Stunden die Woche, bei teilweise 40-50 Grad im Schatten, ohne jeglichen Arbeitsschutz oder auch nur ausreichend Zugang zu…
-
Profit-Schnelltest für Konzerne
— Nr.140Eigentlich hatte die Regierung geplant, dass sich ab dem 8. März die Arbeitenden in allen Betrieben einmal pro Woche kostenlos testen lassen können. Das wäre auch das Mindeste, wenn man bedenkt, wie viele sich noch immer auf der Arbeit anstecken. Doch daraus wird erstmal nichts. Denn zahlreiche Unternehmer weigern sich, die Tests zu bezahlen. Es…
-
Bistum Köln: Die Vertuschung hat System
— Nr.140Ein Jahr lang hat sich der katholische Erzbischof Woelki geweigert, das Gutachten zum sexuellen Missbrauch zu veröffentlichen – bis der öffentliche Druck nun zu groß wurde. Das Gutachten belegt, dass allein im Bistum Köln seit den 80er Jahren mindestens 300 Kinder und Jugendliche von gut 200 verschiedenen Kirchenvertretern sexuell missbraucht worden sind; und dass die…
-
KSK: Der Fisch stinkt vom Kopf her
— Nr.140Im Juli letzten Jahres wurde eine ganze Kompagnie der Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK) aufgelöst und auf andere Kompagnien verteilt, weil bekannt wurde, dass sie von Rechtsextremen regelrecht durchsetzt war und einige von ihnen sogar Waffen und Munition der Bundeswehr für rechtsextreme Gruppen und Terroranschläge gestohlen hatten. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer hatte daraufhin versprochen, mit „eisernen Besen“…
-
Daimler: 50% mehr Gewinn
— Nr.140Der Daimler-Konzern hat im letzten Jahr seine Gewinne um ganze 50% gesteigert, auf 4 Milliarden Euro. Wie er das trotz mehrerer Wochen Produktionsstillstand und Krise geschafft hat? Vor allem dadurch, dass er allein 2020 über 10.000 Arbeitende entlassen und außerdem 700 Millionen Euro Löhne gespart hat, die stattdessen der Staat als Kurzarbeitergeld gezahlt hat. All…
-
Die richtige Zeit für Streiks
— Nr.140Hunderttausende Arbeitende der Metallindustrie haben in den letzten Wochen bei Warnstreiks die Arbeit niedergelegt. Denn die Unternehmer wollen nicht nur das dritte Jahr in Folge keine Lohnerhöhung zahlen, während die Preise steigen. Sie wollen außerdem die Krise nutzen, um weitere massive Verschlechterungen zu erpressen: Zum Beispiel jederzeit Urlaubs- und Weihnachtsgeld und sogar die Tariflöhne kürzen…
-
Asklepios: Lassen wir uns nicht mundtot machen!
— Nr.139Asklepios versucht, eine Pflegekraft der Hamburger St.Georg-Klinik zu kündigen. Sie hatte im Fernsehen angeprangert, dass dort auf der voll belegten Corona-Intensivstation fast immer unter der gesetzlichen Personaluntergrenze gearbeitet wird, und manchmal nicht einmal mehr eine menschenwürdige Sterbebegleitung möglich ist. Dass es schon seit langem viel zu wenig Pflege-, Service- und Reinigungskräfte gibt, aber Corona jetzt…
-
Siemens: Verbot von Entlassungen!
— Nr.1397.800 Arbeitsplätze will Siemens Energy in den nächsten drei Jahren vernichten, davon allein 1.000 in Mülheim und Duisburg. Alle Bereiche sind betroffen: Produktion, Forschung, Verwaltung. Jeder sechste Siemens-Beschäftigte im Ruhrgebiet soll seinen Arbeitsplatz verlieren, mit der zynischen Erklärung, man wolle „Prozesse optimieren“ und „schlankere Strukturen“ einführen. Übersetzt bedeutet das nichts anderes, als dass die Übriggebliebenen…
