Die Beschäftigten halten den Kopf hin…

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Anfang Februar ist der Zugbegleiter Serkan C. bei einer Ticket-Kontrolle von einem Fahrgast so schwer geschlagen worden, dass er anschließend an einer Hirnblutung verstarb.

Gewalt gegen Beschäftigte der Bahn sind leider kein Einzelfall. Seit Jahren fordert die Gewerkschaft EVG, dass in JEDEM Zug wieder zwei Zugbegleiter arbeiten und nicht einer allein. So war es früher. Doch diese Doppelbesetzung im Regionalexpress ist aus Kostengründen vor über zehn Jahren abgeschafft worden.

Trotz der zunehmenden Übergriffe haben sich die Verantwortlichen von Bahn und Politik geweigert, sie wieder einzuführen und weigern sich selbst jetzt immer noch. Der Tod des Zugbegleiters und all die weiteren Übergriffe gehen damit auch auf ihr Konto.

Nicht nur bei der Bahn, auch in den Notaufnahmen der Krankenhäuser, bei der Feuerwehr oder den städtischen Ämtern nehmen Angriffe auf Beschäftigte zu. Es ist ein Ausdruck der Entwicklung der Gesellschaft, die in allen Bereichen roher und brutaler wird – angefangen bei den Mächtigen an ihrer Spitze.

Es ist auch die Folge davon, dass alle diese Bereiche seit Jahren kaputtgespart werden. Der Frust und die Wut über ausfallende Bahnen und hohe Ticketpreise, überfüllte Notaufnahmen und fehlende Zeit für Patienten und Angehörige entlädt sich an denen, die am wenigsten dafür können: an den dort Arbeitenden. An denen, die selber die ersten Opfer dieser Sparmaßnahmen sind und nur versuchen, alles trotzdem irgendwie am Laufen zu halten.