Thyssenkrupp: Ein Konzern mit 50 Beschäftigten?

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Nach drastischem Stellenabbau und Lohnkürzungen in der Stahl-Sparte wollen die Konzernbosse von Thyssenkrupp nun den gesamten Konzern mit seinen über 90.000 Beschäftigten zerschlagen. Aus den einzelnen Sparten – Stahl, Autozulieferung, Werkstoffhandel, Anlagenbau, Klima-Technologien – sollen eigenständige Tochterfirmen werden, die anschließend auch (anteilig) verkauft werden könnten.

Bei Thyssenkrupp selber sollen nur noch… 50 Arbeitsplätze bleiben, also fast nur der Vorstand.

Bislang gibt es außerdem 1.500 Menschen, die zentrale Dienstleistungen für alle erbringen. Ihr Bereich soll komplett aufgelöst werden und sie sollen sich nun bei den einzelnen Sparten bewerben. 1.500 Arbeitende sollen sich in einem widerlichen Wettbewerb um sehr viel weniger Stellen schlagen. Und wer dabei den Kürzeren zieht, soll „sozialverträglich“… entlassen werden.

All das sei nötig, so der Vorstandsvorsitzende Lopez, weil es Thyssenkrupp sehr schlecht gehe. Das aber hindert ihn nicht daran, sein eigenes Gehalt um 47% zu erhöhen, auf 3,44 Millionen Euro – und den Aktionären 100 Millionen Euro Dividende auszuzahlen.

Erst am 30. Januar hatten mehrere hundert Stahlarbeiter vor der Konzernzentrale dagegen protestiert – empört, dass Aktionäre und Vorstand sich die Taschen voll machen, während sie den Kopf hinhalten. So wie es aussieht, wird das nicht der letzte Protest gewesen sein.