Streiks bei Bus und Bahn: Wir arbeiten nicht zu wenig, sondern zu viel!

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Es ist unerträglich, mit welcher Arroganz die Politiker und Bosse uns in einer Tour erzählen, dass wir alle zu „zu viel“ Freizeit hätten – und uns 13-Stunden-Tage, spätere Rente und überhaupt noch mehr Arbeit aufzwingen wollen.

Zehntausende Busfahrer im Öffentlichen Nahverkehr geben darauf die beste Antwort. Sie streiken, um im Gegenteil für kürzere Arbeitszeiten und weniger Arbeitsbelastung zu kämpfen.

Eine Antwort, die die Regierung von uns allen verdient!

Schon an „normalen“ Arbeitstagen sind die Bus- und Bahnfahrer manchmal 12 Stunden unterwegs, weil ihre 8-Stunden Schicht durch 3 Stunden unbezahlte Pause in der Mitte unterbrochen wird. Schon an „normalen“ Arbeitstagen haben sie einen Chaos-Schichtplan mit sechs verschiedenen Schichtzeiten, die teilweise um 3.30 Uhr morgens beginnen. Und ihre Schicht endet oft nicht an dem Ort, an dem sie begonnen hat, weshalb sie nach der Schicht selber erst noch mit Bus und Bahn zu ihrem Auto zurückfahren müssen.

Zu diesem „normalen“ Wahnsinn kommen noch ständig Überstunden hinzu. Denn es fehlt Personal ohne Ende. Regelmäßig müssen sie daher einspringen, um kranke Kollegen zu vertreten. Oder ein Teil der – ohnehin zu wenigen – Busse und Bahnen fällt aus. Und die übrigen sind so überfüllt, dass sie an jeder Haltestelle mehr Verspätung bekommen und die Schicht des Fahrers entsprechend länger wird.

Die Situation wird immer unerträglicher und macht viele krank. Aus all diesen Gründen fordern die Streikenden je nach Bundesland unter anderem kürzere  Arbeitszeiten,  mindestens  11  Stun-

den Ruhezeit zwischen zwei Schichten und höhere Zuschläge, zum Beispiel für die unmöglichen Schichtzeiten oder Überstunden.

Doch was bekommen sie von ihren Bossen zur Antwort? Dass man wegen der „leeren Kassen“ keine der Forderung erfüllen, sondern eigentlich sogar Personal abbauen müsse. Man kann nur die Daumen drücken, dass ihnen die Streiks den Kopf zurechtrücken werden.